Modellprojekt für den Radverkehr in Bayern – Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht

Der Modellversuch für den Radverkehr in Weßling geht in die letzte Runde. Betroffen ist die Hauptstraße in Weßling

Ein Beitrag von Dr. Monika Schwarzhuber, Landratsamt Starnberg

Am Mittwoch, den 25.09.2019 wird entlang der Hauptstraße in der Gemeinde Weßling die letzte Untersuchungsphase im Rahmen des Modellprojekts für den Radverkehr durchgeführt.

Nachdem die Benutzungspflicht für den gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Hauptstraße zwischen Gautinger Straße und Nelkenweg aufgehoben wurde, haben Radfahrer nun die Wahl, auf der Fahrbahn zu fahren oder den weiterhin bestehenden Geh- und Radweg in beide Richtungen zu benutzen. Um letzteres zu verdeutlichen, wurde auf dem Geh- und Radweg das Piktogramm „gemeinsamer Geh- und Radweg“ markiert, allerdings ohne die blaue Farbhinterlegung und ohne umschließenden Kreis. Entlang der Fahrbahn wurden neu gestaltete Hinweisschilder „Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt“ aufgestellt sowie Fahrradpiktogramme markiert.

Mit vierstündigen Videoaufnahmen und einer Befragung von Radfahrern und Kfz-Fahrern soll die Wirkung der neuen Hinweisschilder und der Fahrradpiktogramme untersucht und anschließend ausgewertet werden. Dabei wird der Radverkehr, der Kfz-Verkehr und der ÖPNV gezählt. Beim Radverkehr wird zusätzlich das Geschlecht, die Altersklasse (unter 18, 18-65, über 65) und die Flächenwahl (Rad-/Gehweg, Fahrbahn, Gegenrichtung) erhoben. Anhand der Videoaufnahmen werden die Geschwindigkeiten und Fahrlinien der Verkehrsteilnehmer sowie die Sicherheitsabstände bei Überholvorgängen ausgewertet. Um die Auswertungen zu ermöglichen, werden auf die Fahrbahn über eine Länge von 30 m mit wasserlöslichem Kreidespray vier Punktelinien aufgebracht. Dafür wird der Verkehr für einen kurzen Zeitraum aufgehalten werden. Außerdem werden sowohl die Radfahrer als auch die Kfz-Fahrer von den Mitarbeitern der Technischen Hochschule Nürnberg stichprobenartig zur Wirkung der Hinweisschilder und Markierungen befragt werden. Die Befragung der Kfz-Fahrer wird dabei mit Hilfe der Polizei durchgeführt werden, d. h. die Kfz-Fahrer werden von der Polizei „rausgewunken“. Die Untersuchungsmethode wurde mit dem Datenschutzbeauftragten im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr abgestimmt.

Das Modellprojekt für den Radverkehr wird von der Obersten Baubehörde zusammen mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und der AGFK Bayern e. V. (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.) durchgeführt.

Nähere Auskünfte erteilt die Radverkehrsbeauftragte im Landratsamt Starnberg unter der Telefonnummer: (081 51) 14 84 65.