Max Doerner (1870-1939) - Ausstellung vom 03. Februar - 23. Juni 2019

»Ein feinsinniger, temperamentvoller Landschafter«

 

Ein Beitrag von Erich Rüba.

 

Die Gemeindegalerie Weßling widmet dem Künstler anlässlich der 80. Wiederkehr seines Todesjahrs eine kleine intime Schau von ca. 30 Werken. Dabei handelt es sich überwiegend um Gemälde, die einen Landschaftsblick unserer Heimat zum Thema haben. Max Doerner konnte sich nirgendwo besser als in der Abgeschiedenheit rund um den Weßlinger See vom harten Alltagsleben an der Münchener Akademie entspannen. Seine im Spiel der Farben hier geschaffenen Werke spiegeln die Verbundenheit zu unserem Dorf.

Am 1. April 1870 wird Maximilian Wilhelm Doerner (Dörner) als Sohn von Johann Doerner, Königlicher Leutnant im 2. Jäger-Bataillon und dessen Ehefrau Anna Friederike, geb. Sachtler, in Burghausen an der Salzach geboren. Beide Eltern sind evangelischer Konfession. Zunächst besucht der kleine Max (zur Familie zählen die Brüder Hans und Wilhelm) die Volksschule in Bad Aibling. Bereits in früher Kindheit wird seine zeichnerische Begabung sichtbar. Ab 1882 befindet sich Max Doerner am Maximilian-Gymnasium in München-Schwabing, das er mit dem Abitur abschließt.

Gegen den Willen seines Vaters, jedoch bestärkt von seiner Mutter,schreibt sich der 18½-jährige Max Doerner am 13. Oktober 1888 an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München ein. Seine Studienjahre sind geprägt von finanziellen Schwierigkeiten; ein Stipendium ermöglicht ihm jedoch, für ein Jahr zu Studienzwecken nach Italien zu gehen. Doerner besucht 1893 Arnold Böcklin (1827-1901) in Florenz. Dieser weckt sein Interesse an maltechnischen Fragen. »Doerner findet so sein Lebensthema.«

Zeitlebens ist seine berufliche Laufbahn an die Akademie der Bildenden Künste gebunden. 1917 wird Max Doerner »zum Titularprofessor ernannt und in Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste am 01.06.1921 zum Professor berufen.« Im Jahr 1919 bezieht Doerner auf Empfehlung des Kunstmalers Carl Ernst Morgenstern (1847-1928) ein Fremdenzimmer in dem oberhalb des Weßlinger Sees gelegenen stattlichen Schmiede-Anwesen, Haus Nr. 1 (Besitz von Michael Sanktjohanser).

Dieser schönste und größte im ersten Stock gelegene Raum mit Blick zum Kalkofenberg und den See wird für zwei Jahrzehnte - bis kurz vor seinem Tod - nach anstrengenden Akademietagen seine Oase der Ruhe. Im Januar 1921 erscheint sein Buch »Malmaterial und seine Verwendung im Bilde«. Einige Kapitel dieser »Malerbibel« entstanden im Bauern- und Schmiedeanwesen Sanktjohanser in Weßling. Der »Doerner«, in mehrere Sprachen übersetzt, hat sich mittlerweile weltweit verbreitet und wurde 2011 in der 24. Auflage von Thomas Hoppe herausgegeben und ist im Buchhandel bereits wieder vergriffen. 1931 heiratet Max Doerner die Witwe Frieda Keppler, Malerin und seine langjährige Assistentin an der Akademie, die jedoch am 2. April 1932 verstirbt.

Wie bereits erwähnt, entstehen viele seiner künstlerischen Arbeiten in der unmittelbaren Umgebung von Weßling. Idyllische Landschaften wie »Im Hochsommer«, »Winterbläue am Weßlinger See« oder »Weßlinger See mit Kirche« zeigen sein inniges Naturempfinden.

»Am 04.06.1934 wird er [Doerner] auf der ersten Tagung der Reichskunstkammer in den Verwaltungsbeirat der Reichskammer der Bildenden Künste berufen.« Zwei Wochen später, am 18. Juni 1934 erhält Max Doerner den Auftrag, »mit den Vorarbeiten zur Errichtung einer Deutschen maltechnischen Anstalt in München« zu beginnen. Das Doerner-Institut, München, Leopoldstraße 3, mit seinen Abteilungen Maltechnik, Physikalische Chemie und Kunsthistorik wird am 19. Juli 1937 mit einem Festakt offiziell gegründet. Vorangegangen war für den bereits gesundheitlich geschwächten Doerner eine aufreibende, mit vielen Hürden und Hemmnissen verbundene Zeit. Im kleinen Kreise erfolgt am 9. Juli 1938 die Eröffnung der Werkprüfungs- und Forschungsanstalt für Maltechnik. Am 1. März 1939 stirbt der 68-jährige Max Doerner in einem Münchner Krankenhaus.