Gemeindegalerie

Neben dem Cafe am See in Weßling befindet sich die Gemeindegalerie.

1871/72 wurde das Gebäude als Schulhaus errichtet. Im 1. Stock befand sich das Klassenzimmer, im Erdgeschoß die Wohnung des Schullehrers. Der Meister des Impressionismus Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) und seine Familie wurden im Sommer 1910 von dem in München lebenden Privatgelehrten Dr. phil. Friedrich Thurneyssen nach Weßling eingeladen. Während ihres Aufenthalts im Monat August logierten sie im ehemaligen Schulhaus in der Wohnung des Lehrers Felix Besold.

Die oben abgebildete Aufnahme zeigt Weßlinger Schulkinder vor ihrem Schulgebäude. Die Aufnahme entstand vor 1905. Heute befindet sich in den Räumen der Lehrerwohnung die Gemeindegalerie.

Die Künstlerlandschaft rund um den See hat eine lange Tradition. Bereits 1806 skizziert Max Joseph Wagenbauer die erste uns bis jetzt bekannte Ansicht von Weßling, mit See, Pfarrhof und Kirche Mariä Himmelfahrt. Die zarte Bleistiftzeichnung ist heute im Besitz der Staatlichen Graphischen Sammlung in München.

Das idyllisch gelegene Bauerndorf Weßling wird in den kommenden Jahren mehr und mehr ein beliebtes Ziel der Kunstmaler. Als Übernachtungsquartier reicht eine einfache Unterkunft im »Gasthaus zur Post« oder der Heustadel der Bauern. Mit Johann Jakob Dorner, Simon Warnberger, Adolf Lier, den Gebrüdern Friedrich und Ludwig Voltz seien nur einige genannt, die uns durch ihre vor der Natur entstandenen Studien in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts Zeugnis ihres Könnens geben. 

1875 sind Philipp Röth, Ludwig Hofelich und wohl auch Joseph Hahn Gäste in unserem Ort. Drei Sommermonate verweilen Wilhelm Trübner und Carl Schuch 1876 an unserem See. Ihre Weßlinger Werke befinden sich heute alle in namhaften deutschen Museen und Privatsammlungen.

Carl Ernst Morgenstern kommt 1889 mit seinem Sohn Christian, der Jahre später ein bekannter Schriftsteller wird, nach Weßling. Die pure Lust zur Arbeit lässt die Künstler mit Staffelei auf Motivsuche durch das Fünf-Seen-Land wandern.

Auch Hans von Volkmann, Heinrich Giebel und der aus Wien stammende Theodor von Hörmann arbeiten 1892 gemeinsam mit Peter Paul Müller in Weßling.

Die Fertigstellung der Bahnlinie 1903, Pasing -
Herrsching, bringt die Motive direkt vor die Haustüre. Die Reihe der Kunstschaffenden, die in Weßling gewirkt haben, kann beliebig fortgesetzt werden. Zu nennen wären z.B.: August Cruse, Heinrich Brüne, Max Doerner, Herbert Appelbaum, Andreas Schwarzkopf, Hermann Maurer, Paul Rosner, Max Mayrshofer, Richard Pietzsch, Maresa Rebay von Ehrenwiesen, Georg Chorherr u.v.m.

Besuchen Sie die 2016 neu eröffnete historische Galerie, die Ihnen einen Einblick in die Weßlinger Künstlerlandschaft der letzten zwei Jahrhunderte gewährt. Auch sind dorfgeschichtliche Objekte zu sehen und unterschiedliche Ausstellungen. Verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck und genießen Sie in dem neu angelegten Garten den Ausblick auf den idyllisch liegenden See.

Öffnungszeiten:

Freitag und Sonntag
14:00 - 17:00 Uhr

Für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung über die Verwaltung unter Tel.: (081 53) 40 40.

Gemeindegalerie 1916
Heinrich Brüne (1869-1945)
Innenansicht
Feuerwehrspritze
Galeriegarten

Anschrift:

Hauptstraße 57
82234 Weßling

Neben Café am See - Eingang über den Garten

Gemeindegalerie 1936
Ludwig Voltz (1825 - 1911)
Arrestzelle
Seeblick von der Galerie aus