Grünsink und seine Geschichte

 

Die Entstehung des Namens "Grünsink"

Erste Andeutungen über Grünsink wurden im Jahr 1060 in den Annalen des Klosters Tegernsee gemacht. Damals wurde Grünsink "Cruvinsinga" genannt, was so viel wie "Grausen empfinden" bedeutet. Man geht davon aus, dass in der Senke von Grünsink eine kleine Siedlung stand.

Grünsink liegt in einer grünen Mulde eingebettet von bewaldeten Anhöhen. Der Ortsname ist geprägt durch die Form der Landschaft. Er stammt voraussichtlich aus der Zeit, in der die Menschen in Mundart diese Gegend "grüne Sink" nannten. Dieser Begriff prägte den künftigen Wallfahrtsort.

Die Anfänge der Wallfahrt

Ein Jäger der Herrschaft Seefeld verlor im Jahr 1740 bei einem seiner Ausflüge durch den Wald die Orientierung. Die Wälder waren zu jener Zeit viel dichter und von Wölfen bewohnt. In Angst und Schrecken versetzt gelobte er sich in der Not, zum Dank seiner Rettung ein Marienbild in der "grünen Sink" an der Straße nach Etterschlag aufzustellen, falls er den Weg zurückfinden sollte.

Sein Bittgebet wurde erhört und der Jäger hielt sein Versprechen ein. Zum Dank seiner Rettung stellte er das Bild der Gottesmutter in eine hohle Stelle eines alten Birnbaums.

Bald darauf pilgerten Bewohner aus den benachbarten Dörfern zu diesem Gnadenbild, um es zu huldigen und die Mutter Gottes um Hilfe zu erbeten. Es kam zu Erhörungen der Gebete. Eine Vielzahl von Votivtafeln zeugen davon.

 

Die Geschichte der Wallfahrtskirche und seine Entwicklung

Pfarrer Josef Anton Steiner erhielt 1762 die offizielle Einwilligung zur öffentlichen Verehrung des Marienbildes sowie zum Bau einer Kapelle. Die andachtsvolle Einweihung erfolgte ein Jahr später 1763. In kurzer Zeit war der Andrang so stark, dass die Kirche 1774 nach Westen hin erweitert werden musste. Finanziert wurde ein Teil der Anbauten durch einen großzügigen Zuschuss der Grafen von Toerring-Seefeld als Hofmarkherrschaft.

Über die kirchliche Erweiterung hinaus wurde ein kleines Wohnhaus für einen Eremiten gebaut, der sich verpflichtete, Mesnerdienste zu tätigen. Zudem wurde ein Anbau östlich der Sakristei erstellt, indem Schulunterricht für die Kinder der nahegelegenen Orte abgehalten wurde. Nach Abschaffung der Klausnerei 1802 bewohnt bis heute der zuständige Mesner das Haus, der die Anlage liebevoll hegt und pflegt. 

Der Kirchenbau erhielt einige Umbauarbeiten und Veränderungen in den letzten Jahrzenten. Letztendlich hat man sich 1912 entschlossen, der Kirche sein ursprüngliches Aussehen wieder zurückzugeben. Die letzte Renovierung der Kirche erfolgte 1960/62. 

Als 1972 das Mesnerhäuschen abrissreif war, wurde es nach den Plänen von Roland von Rebay durch einen Neubau ersetzt, angelehnt an den Vorgängerbau.

Die Entstehung der Grünsinker Feste

Die Grünsinker Feste entstanden durch Papst Leo XII. Der Gnadenakt wurde jedes Jahr seit 1825 gewährt. Das Ablassfest fand immer am letzten Sonntag im Juli statt. Die Übertragung des Gnadenbildes vom Birnbaum in die Kirche wurde immer am Sonntag nach Maria Himmelfahrt angesetzt.

Beide Veranstaltungen begannen Sonntags, damals wie auch heute, mit einem feierlichen Gottesdienst. Auf dem angrenzenden Platz schloss sich das weltliche Volk an und feierte mit.